21. September 2009...21:26

Eigenartige Situation beim Spiel auf dem Platz

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Vorausschicken sollte ich, daß mir heute beim Abschlagtraining, bevor ich auf die Runde ging, wenig gelang. Selbst Schläge, die in letzter Zeit fast 100%ig sicher kamen, gelangen heute nur selten.

Ich hatte mich mit dem Partner vom letzten Mal verabredet. Er kam dann mit einem weiteren Spieler. Während mein Partner relativer Anfänger ist, war der andere recht gut. Zu Beginn kam ich aber etwa in seinen Leistungsbereich und hatte recht gute Resultate, darunter einige Pars.

Wir spielten zusammen zwei (6-Loch-)Runden. Ich mußte feststellen, daß mir der bessere Spieler irgendwie gegen den Strich ging. Ich wußte aber nicht, weshalb. Der Mann war höflich und eher zu ruhig. Es stellte sich dann heraus, daß er nicht zählte. Auf Rückfrage antwortete er, daß das für ihn nicht passend wäre, aber wir anderen sollten ruhig zählen — das sei für uns angebracht. Ich kam erst nicht hinter den Sinn dieser Bemerkung. Wieso soll es für einen guten Spieler nicht sinnvoll sein, seine Schläge zu zählen und ein vollwertiges Spiel zu spielen?

Der Mann schien sich, so kam es mir mehr und mehr vor, völlig überlegen zu fühlen. Seine Kommentare zu unseren Schlägen empfand ich als überheblich. Irgendwie schien er auf uns herabzuschauen. Das wurmte mich nun wieder, denn zu Beginn hatte er nicht viel besser als ich gespielt.

Gegen Ende der zweiten Runde kam dann etwas vor, das mir in dieser Art noch nie passiert war. Ich schien mich geärgert zu haben (speziell durch diese Situation, die Schläge nur für mich bzw. gemeinsam mit dem anderen Spieler zu zählen, während dieser Partner sich selbst nicht einbrachte und nur „wie zum Training“ spielte, so als hätte er es nicht nötig, sich mit uns zu vergleichen, oder als wollte er uns nicht durch sein erhabenes Können nachzählbar düpieren). Das vorletzte Loch mißlang mir. Das letzte Loch wurde dann eine Katastrophe. Ich verzog drei Abschläge hintereinander auf eine Weise ins Aus, wie ich es schon Jahre nicht mehr getan hatte. Und es ging dann sogar im selben Stil weiter. Ganz so, als könnte ich auf einmal überhaupt nicht mehr Golf spielen. Unser „Experte“ fing gleich bei meinem ersten mißlungenen Abschlag an, mir intensive Belehrungen zukommen zu lassen, die natürlich äußerst störend waren. (Es ist doch Unsinn, in solch einer Streßsituation Schlagumstellungen zu versuchen; außerdem verstößt das Belehren beim Spiel komplett gegen die Etikette.)

Noch etwas zur Etikette. Dieser Spieler nahm mehrfach bei Bällen, die am Zaun lagen (der das Aus markierte, oder bei Büschen), Erleichterung in Anspruch. Ich habe jetzt nochmal in den Regeln nachgelesen und sehe meine Ansicht bestätigt, daß dies nicht erlaubt ist.

Für mich ist es besser, beim nächsten Mal viel direkter auf meine Auffassung von fairem Spiel hinzuweisen und wenn nötig auch gleich zu Beginn auf solche Partner zu verzichten:

1. Es muß korrekt gezählt werden. Wer nicht zählen oder nicht nach den Regel spielen will, sollte besser ohne mich spielen.

2. Gegen Belehrungen muß sofort eingeschritten werden. Nach den Regeln gäbe es hier einen Punkt Abzug.

3. Das „Besserlegen“ von Bällen betrifft Punkt 1 und ist entsprechend zu handhaben.

Da mir so etwas in dieser Form noch nicht passiert ist, fehlte mir bislang die Erfahrung und damit auch die nötige Entschlossenheit, von Anfang an klarzustellen, was für mich ein korrektes Spiel ist.


4 Kommentare

  • Schon mal daran gedacht das er evtl. nur so aus Spaß gespielt hat?
    Und wem willst du einen Punkt Abziehen der so wie so nicht Aufschreibt/Zählt?
    Mir selber ist es egal ob mein Partner zählt, so aus Spaß spielt oder sonst was – wichtig ist mir nur mein Spiel.
    Die Situation mit dem Nichtzählen kenne ich aus Schottland und ist nicht mal so „unüblich“ wenn man nur mal ein paar Bälle schlagen will…

  • Du wirst es kaum glauben, aber genau diesen Kommentar habe ich erwartet – sogar fast wörtlich.

    Ich habe da eine grundsätzlich andere Einstellung und Herangehensweise (nicht nur im Golf). Entweder man macht etwas richtig, oder man läßt es. „Nur so aus Spaß“ – was heißt das? Nicht richtig, sondern nur ein bißchen, und immer so, wie es einem gerade zupaß kommt? Genau da vergeht mir der Spaß.

    Es gibt schöne Kommentare von Harvey Penick zur Etikette und zu Regeln (und zum sogenannten „Besserlegen“).

    Man lernt übrigens Leute sehr gut kennen anhand solcher Unterscheidungen. „Nur so zum Spaß“ das Spiel so drehen, daß man besser als die anderen dasteht, und die dann noch belehren und sich über sie stellen. Darauf verzichte ich gerne – da spiele ich meine Runde lieber ganz alleine.

  • Na ja, nur weil irgend etwas in Ihren Augen „nicht richtig“ ist, muss es nicht bedeuten das es Falsch ist.

    Für manche ist Sport Erholung und für den anderen Leistung. Was das Richtige für einen selber ist, sollte man zum Glück immer noch allein Entscheiden.

    Aus Spaß spielen und Beschei*** sind immer noch zwei unterschiedlich paar Schuhe und nur weil jemand aus Spaß spielt muss er kein schlechter Kerl sein. Er setzt eben andere Prämisse als der Leistungsspieler.

  • Das ist ja wohl ziemlicher Unsinn, und ich möchte darauf nicht antworten. Breiten Sie doch Ihre Philosophie auf Ihren eigenen Seiten aus.

    „Was das Richtige für einen selber ist, sollte man zum Glück immer noch allein Entscheiden.“ Eben: genau das tue ich auf dieser Webseite.


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