21. Oktober 2008...18:05

Irreal

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Die Erlebnisse heute auf dem Platz waren insgesamt irreal. Zuerst einmal, zum wiederholten Male, das sehr warme Wetter (was für ein Unterschied, in praller, heißer Sonne im Sommerhemd zu spielen, während noch vor ein paar Tagen fast Frost gewesen war!) und wieder diese unglaubliche Herbststimmung mit Wolken, deren Konturen sich zu dieser Jahreszeit viel deutlicher gegen das Himmelsblau abheben, den schönen warmen Farben, diesem unnachahmlichen Duft und dem verklärenden, tiefer stehenden Licht, bei dem selbst die Gräser in ungewohnten Farben aufleuchten.

Aber dann das Spiel! Aus irgendeinem Grunde (Routine, klar, aber es kam noch etwas anderes hinzu!) hatte ich ein so genaues und intuitives Ballgefühl, daß es mir vorkam, als würde ich zum ersten Mal Bälle wirklich spüren, ihre Reaktion auf Schläge spüren, ihr Rollen spüren, ja, ich spürte selbst den Boden mit seiner Resonanz, seinen Tönen, seiner Elastizität genauer. Was am deutlichsten auf dem Putting-Green zu merken war. Ich wußte plötzlich genau, wieviel Energie ich den Bällen geben mußte, damit sie die gewünschte Distanz rollten. Ich wußte, wie ich den Schläger zu schwingen hatte, um exakt auf der Linie zu bleiben. Nur als Beispiel: Ich versenkte 3 Putts auf ca. 5 m nacheinander. Das geht nur, wenn das Gefühl stimmt und gleichbleibt.

Ich hatte heute, eher aus Jux, den ominösen Driver mitgenommen — einfach um zu testen, wie sich meine Schlag-Entdeckung hierbei auswirken würde. Tatsächlich kann ich nun selbst mit diesem schwierigen Schläger einigermaßen normal abschlagen.

Der Begriff „irreal“ meint aber vor allem die zwei 6-Loch-Runden. Es lief so gut, daß ich beklommen wurde. Auf der ersten Runde stellte ich mit 26 meine Bestleistung ein (ungefähr, ich weiß das beste Ergebnis nicht mehr genau); dabei waren alle Löcher maximal 1 über par. Das Erlebnis fühlte sich fast „zu gut“ an, denn so geht es einem, wenn man reihenweise bei Par-3-Löchern mit dem ersten Schlag aufs Grün neben die Fahne kommt oder bei Par-4’s mit dem zweiten Schlag. Wenn die Schläge alle gerade kommen, immer in Richtung Fahne, weder nach rechts noch nach links. Es könnte einem dann fast unheimlich werden. (Zweite Runde: 29, mit 2 Aus-Schlägen, die mir leider immer wieder dazwischen kommen, und zwar umso mehr, je weiter die Abschläge gelingen).

1 Kommentar

  • Na Glückwunsch, von dem Gefühl könnte ich ein wenig abhaben wollen ;)

    Leider war heute bei uns nichts mehr mit Golf, nach der Arbeit zum Zahnklemptner und als ich wieder rau kam – waren die Regenwolken auch schon da – leider.


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