Schon als ich heute hinfuhr, wußte ich von vornherein, daß es nicht mehr wie bisher weitergeht. Das ganze Golfspiel ist bei mir zu einem selbstauferlegten Krampf geworden. Das war schon seit etwa zwei Jahren an den Schmerzen und Überlastungen klar geworden. Warum habe ich das nicht gestoppt? Das ist die alles-entscheidende Frage. So, wie es mittlerweile geworden war, hatte ich mich nahe an den Punkt gebracht, das Spiel komplett bleiben zu lassen.
Der Kernaspekt ist der Schwung. Der Schläger muß im Bogen herunterfallen, er darf nicht gedrückt, nicht gepeitscht, nicht gerissen werden. Der ganze Druck, Zwang, die Mühe und das ganze Sich-Plagen und Wollen muß komplett aus dem Schlag und aus dem ganzen Körper heraus. Es darf überhaupt keinen Widerstand in diesem Ablauf geben.
Das war mir also schon von vornherein klar gewesen. Ja, ich hatte mir mein Golf kaputtgemacht, regelrecht zerstört. Also locker spielen, locker schwingen, kein Selbstzwang, kein Beurteilen und Ärgern!
Die erste Runde klappte dann gar nicht. Ich schlug am 1. Abschlag die ersten drei Bälle ins Aus. Das war aber auch egal und raubte mir nicht die gute Laune. Die zweite Hälfte der Runde ging dann wieder (zweimal par); die zweite Runde war sogar gut: 6,3,5,5,4,5=28. Keine Schmerzen, keine Blasen, kein Ärger; am Ende lief es dann sogar auf der Driving Range besser als sonst.
Um das nochmal zu betonen: Die Bälle fliegen mindestens genauso weit, wenn total locker, „ohne Kraft“, geschwungen und geschlagen wird. Es kann keine Rückenschmerzen geben, auf diese Weise. Die bisherigen Rückenschmerzen, genauso wie der Muskelkater und die Sehnenschmerzen links und rechts, haben überhaupt nichts mit dem Spiel zu tun, sondern kommen nur aus der notorischen Verspannung und Krampfigkeit.
Wenn ich das nicht wieder vergesse, kann ich jetzt wieder ganz neu mit dem Golfspiel beginnen…